Wladimir Kubak

Dreher. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1921    † 1944

 

Lebenslauf

Wladimir Kubak wurde am 5.8.1921 in Ebergassing (Niederösterreich) geboren. Er arbeitete als Dreher. 1932 trat er den "Roten Falken" bei. 1938 arbeitete er in der Lokfabrik Wr. Neustadt, ab 1939 war er Dreher in den Ostmark-Werken. Am 9. 2. 1942 wurde er in die deutsche Wehrmacht eingezogen und war bei Stalingrad an vorderster Front.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 1. 11. 1942 wurde Wladimir Kubak verhaftet und am 8. 10. 1943 gemeinsam mit Anton Watzek, Erich Navratil, Oswald Smatlak und Albert Seifert (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 10.5.1944 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Nach der Einberufung von [Friedrich] Gottschy zur Wehrmacht – Mai 1941 – übernahm der Angeklagte die Leitung der KJV-Gruppe in Ebergassing und übte bis zu seiner Einberufung auch die Funktion eines Kassierers aus. (…) Der Angeklagte stellte im Herbst 1940 bis Winter 1941/1942 wiederholt die Schrebergartenhütte seiner Eltern für Schulungstreffs zur Verfügung, an denen außer ihm selbst noch Watzek, Navratil, Smatlak, gelegentlich auch Seifert teilnahmen. Die von der Wiener KJV-Leitung abgeordneten KJV-Funktionäre Neubauer, Gschmeidler und später ­Sikuta und Fenz hielten dort Schulungsvorträge.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

Auf der Gruppe 40 befindet sich eine Gedenkstätte für Wladimir Kubak.

Am 5. 3. 1946 exhumiert nach Friedhof Ebergassing; dort ein Ehrengrab.

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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